Filmemacher des Berliner Künstlerprogramms des DAAD
„First we take Manhattan, then we take Berlin“ – Leonhard Cohen hatte Recht: Schöneberg, Kreuzberg und Charlottenburg waren das Manhattan im Westberlin der 70er und 80er Jahre. Seit 1963 lädt das Berliner Künstlerprogramm des DAAD alljährlich renommierte ausländische Gäste aus den Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik in die Stadt ein. Trotz damaliger Insellage schuf es einen Ort freier künstlerischer Entfaltung westwärts der Mauer. Seit den frühen 70er Jahren kamen auch Filmemacher als BKP-Gäste nach Berlin und entdeckten die Stadt für sich: Andrej Tarkowski (1985), Jim Jarmusch (1987), Otar Iosseliani und Bela Tarr (beide 1989 / 90) schufen hier bedeutende Filmarbeiten. Mehr als 1.000 Künstler kamen bislang mit dem BKP nach Berlin. Mit der Wahl Berlins als temporärem Lebensmittelpunkt und Ort künstlerischer Auseinandersetzung tragen die BKP-Gäste nicht nur zu dem stets hohen Niveau der hiesigen Kulturszene bei, sondern auch zu dem vielseitigen Gesicht und internationalen Flair der Hauptstadt.
www.berliner-kuenstlerprogramm.de
Das Künstlerprogramm des DAAD präsentiert in der 5. Festivalausgabe von achtung berlin – new berlin film award zwei Vorstellungen:
Sehnsucht Berlin
zum Filmtrailer geht es hier entlang!
Deutschland 2008
Regie: Peter Zach, Kamera: Thomas Plenert, Produktion: Jana CisarFarbe, 92 Minuten, OmUAm
16.04.2008 um 19 Uhr im Kino Passage 1
Der Film zeichnet in 92 Minuten ein Stadtporträt aus dem Blickwinkel berühmter "Berliner auf Zeit", durchreisender und in der Stadt gebliebener Künstler, die von ihrem Leben, ihren Arbeiten und ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Er erzählt Erlebnisse aus über vierzig Jahren Nachkriegsgeschichte, von Stimmungen des Kalten Kriegs bis hin zur Ankunft eines Neuberliners in der Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer. Fast nebenbei werden mit den einzelnen Berliner Künstlerprogramm -Persönlichkeiten auch die verschiedenen Kieze der Stadt mit ihren unterschiedlichen Atmosphären lebendig. Sehnsucht Berlin verknüpft die Lebensgeschichten solch international bekannter Künstler zu einem vielschichtigen Berliner Kaleidoskop.Beteiligte Künstler/innen: Stephen Wilks (GB), Anne-Mie Kerkhoven (B), Peter Nádas (H), Petr Borkovec (CR), Juri Andruchowytsch (UA), Andrew Horn (USA), Antonio Skármeta (RCH), Clemens Gadenstätter (A), Clemens Klopfenstein (CH), David Moss (USA), Damián Ortega (MEX), Imre Kertéz (H), Liza Lim (AUS), Paul Nizon (CH), Arvo Pärt (EST)
Sehnsucht Berlin wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes in Zusammenarbeit mit dem DAAD.
Filme von Temur Butikaschwili
21.04.2008, 18:30 Uhr im Kino Babylon 2
Temur Butikaschwili, geboren 1961 in Georgien, lehrt als Professor für Dokumentarfilm an der Technischen Universität von Tiflis. Nach seinem Regiestudium in Kiew realisierte er zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilme für das georgische Fernsehen. Seine Filme wurden mehrfach ausgezeichnet und liefen auf internationalen Festivals wie zum Beispiel in Cannes und auf der Berlinale. Bukaschwilis Augenmerk gilt vor allem den kleinen Leuten, den Habenichtsen. In sorgfältig komponierten Bildern beobachtet der Regisseur ihre alltäglichen, oft melancholischen, manchmal mit einer skurrilen Komik gewürzten Geschichten.
Second Hand Sale
2007Digi Beta, 25 min, OmeU
Ein launischer Kühlschrank ist das letzte Stück des ererbten Inventars, das dem Protagonisten geblieben ist. Die restlichen Möbel hat er bereits für den täglichen Wodkabedarf versetzt. Die Kaufinteressentin erbarmt sich nicht nur des bedrohlich grollenden Kühlschranks. Sie drückt auch den armen Trinker an ihre Brust.
Die Rückkehr (Kerpi)
1994, 47 min, 16 mm, OmeU
Die Rückkehr eines Vaters aus dem Gefängnis konfrontiert ihn mit dem Zerfall seiner Familie. Das Grab seiner Frau ist verwildert, das Haus heruntergekommen, der Sohn trinkt. Mit harten Worten distanziert sich der Vater von seinem Sohn. Erst ganz allmählich entschlüsselt sich das Ringen zweier Generationen um Schuld, Sühne und Vergebung.
Die Schande (Sirtskhvili)
1992, 29 min, 16 mm, OmeU
Ein junges Mädchen kehrt aus der Stadt in das Bauernhaus ihrer Eltern zurück und stellt deren Liebe auf die Probe: Der Bauch der Tochter ist rund und keine Ehemann in Sicht. Mit großer Ruhe und Wärme erzählt Butikaschwili hier von dem Konflikt zwischen althergebrachten Konventionen und den Herausforderungen der gesellschaftlichen Neuordnung.




