defa-spektrum päsentiert: Deutschland - Endstation Ost
Montag, 20.04.09, 18:30 Uhr, Babylon 2
Deutschland - Endstation Ost
Szenarium und Regie: Frans Buyens, Hans Eberhard Leupold
DDR 1964, Dokumentarfilm, 84 Minuten
Der belgische Dokumentarist Frans Buyens interviewte wenige Jahre nach dem Bau der Mauer einige Bewohner der DDR und zeigt Zustimmung und ablehnende Stimmen der Befragten. Anfänglich von Spitzenfunktionärender SED, des Kulturministeriums und des Freien DeutschenGewerkschaftsbundes (FDGB) gefördert, gerietdie Produktion ins Ränkespiel im Vorfeld des so genannten»Kahlschlag«-Plenums 1965. Trotzdem gelanges Buyens den Film am Rande des Leipziger Dokumentarfilmfestivalszu zeigen. Danach fiel er bis zum Ende der DDR in Vergessenheit. Die Direktheit und Spontaneität der Interviewszenen, in denen Buyens ähnlich des »cinéma vérité« Straßenbilder und Lebensgefühle einfängt, besticht noch heute als ein für die DDR ungewöhnlich ehrliches Zeitdokument.
Vorfilm:
Östliche Landschaft
Szenarium und Regie: Frans Buyens, Hans Eberhard Leupold
D, 1991, Kurzfilm 13 Minuten
Diese beiden Filme sind Bestandteil von »Grenzen los« – einer
Filmreihe der defa-spektrum zum 20. Jubiläum des Mauerfalls –,
die ab dem 27.04.2009 im Babylon zu sehen sein wird.
RBB präsentiert: Mit Fantasie gegen den Mangel. Leben im Schatten der Planwirtschaft
Mo, 20.04.09, 22:30 Uhr, Babylon 2
In Anwesenheit der rbb-Autorinnen, des Redakteurs Jens Stubenrauch
und der Produzentin Annekatrin Hendel
Mit Fantasie gegen den Mangel. Leben im Schatten der Planwirtschaft
Regie: Holly Tischman und Sabine Michel
D 2008, Dokumentation mit Animation, 45 Minuten
Nicht nur das Wetter war manchmal gut in der DDR. Sondern auch, jawohl! Die verplante Planwirtschaft hatte einen Partykeller! Und zwar ganz und gar jenseits von Tristesse und Mangel. Es waren die eigentlichen Erfinder der Ich-AGs: Junge Menschen, die aus dem Lebensgefühl des Prenzlauer Bergs im Berlin der 80er Jahre heraus neben der Gesellschaft lebten und manchmal an einem Tag mehr Geld verdienten als ihre Eltern in einem Monat. In besetzten Wohnungen oder der eigenen Küche, einzeln oder gemeinsam, entstanden in Kleinst-Manufakturen T-Shirts, Hosen, Schmuck und Jacken, die auf Märkten oder über Mundpropaganda verkauft wurden. Eine ganze Generation Teenies wäre ohne diese Einzelinitiativen auf die untragbare »Jugendmode« der DDR zurückgeworfen gewesen. Wie die Ideen entstanden sind und mit welchen Engpässen und Schwierigkeiten auch die lebenslustigen Kleinunternehmer zu kämpfen hatten, davon erzählt dieser Film.
In Kooperation mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg


